Was bedeutet der "Star of Life"?

Der blaue Star of Life („Stern des Lebens“) ist ein weit verbreitetes Symbol, das auf vielen Rettungsfahrzeugen auf der ganzen Welt zu finden ist.

 

Aber was bedeutet er genau? Woher kommt er?

1973 beanstandete das Rote Kreuz in den USA, dass die Ambulanzen mit einem orangefarbenen Kreuz auf einem weiss reflektierendem Hintergrund markiert waren. Aus diesem Grund entwickelte Leo R. Schwartz vom amerikanischen Verkehrsministerium (National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA)), selbst Jude, in Anlehnung an den Davidstern, den Star of Life. Dieser wurde am 1. Februar 1977 registriert und stand 20 Jahre unter Patentschutz. Mit diesem Symbol sollte dem Rettungsfachpersonal, den Fahrzeugen, Markierung von Wegen zu Orten mit Notfallversorgung und der Ausrüstung des Rettungsdienstes ein einheitliches Kennzeichen gegeben werden.

 

In der USA ist der Star of Life ein Symbol für Qualität in Ausbildung und Ausstattung (mindestens der Norm entsprechend) und darf nur von Personal verwendet werden, dass eine staatlich anerkannte Ausbildung absolviert hat. Gekennzeichnet werden kann mit dem Star of Life auch die Ausrüstung und alles, was mit dem Rettungsdienst in Verbindung steht (z.B. auch Briefpapier, Aufnäher, Anstecknadeln, Bücher). 1993 hat der Verein „Bundesverband für Krankentransport und Sanitätshilfsdienste e.V.“, jetzt Bundesverband eigenständiger Rettungsdienst e.V. (BKS) das bislang in Deutschland nicht geschützte Symbol markenrechtlich schützen lassen, was eine heftige Diskussion zur Folge hatte. In der Schweiz hat die Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz seit 2007 die Markenrechte.

 

Die sechs Balken des Sterns repräsentieren sechs Abläufe im Rettungssystem im Uhrzeigersinn:
1. Erkennen des Notfalls

2. Notfallmeldung

3. Ausrücken zum Einsatz

4. Versorgung vor Ort

5. Betreuung während des Transports

6. Übergabe an eine Einrichtung zur Definitiven Versorgung

 

Der Aeskulapstab in der Mitte des Star of Life steht für das medizinische, heilende Team.

Aeskulap, Sohn des Apollo, war in der griechischen Mythologie der Gott der Medizin. Er lernte von dem Zentaur Chiron die Kunst des Heilens. Der Stab mit der Schlange, mit dem Aeskulap dargestellt wird, repräsentiert die Zeit, als Aesculap einen Patienten hatte, den er nicht behandeln konnte. Deshalb befragte er eine Schlange um Rat. Die Schlange wickelte sich um den Stab, um mit ihm Kopf an Kopf zu sein. Der Patient überlebte.

Zeus befürchtete, daß Aeskulap alle Menschen unsterblich machen würde, und tötete ihn mit einem Blitzschlag. Homer erwähnt ihn als geschickten und einzigartigen Arzt, der später als Held und Gott verehrt wurde. Die Römer übernahmen den “Aeskulapkult”, der auch im alten Testament erwähnt wird:

Der Herr antwortete Mose: `Mach Dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.´ Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.” (Numeri 21, 8-9).

Seit Oktober 2002 begann das Spital Bülach als erstes von 12 Akutspitälern im Kanton Zürich, Schweiz, damit, die alten Wegweiser mit dem „H“ durch den Star of Life zu ersetzen. Mit der Revision der Strassenverkehrsordnung 2003 wird diese Sinalisation schweizweit für Spitäler mit Notfallstation eingeführt.

Quellen:

1. Kühn; Luxem; Runggaldier: Rettungsdienst; Urban & Schwarzenberg; S. 687f

2. Bledsoe; Porter; Shade: Paramedic Emergency Care, 3rd Edition; Brady; S. 31

3. Zürcher Unterländer 02.10.2002

4. Star of Life, Rescue-EMS Magazine, Juli-August 1992

5. Numeri 21, 8 – 9

6. Vereinigung Rettungssanitäter Schweiz

7. BKS

Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form auch im Rettungsdienst Journal 02/2006 und als Kapitel im Buch "Ein Beruf, der Leben rettet".

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